Zitat des Monats

 

“Den befreiten Körper suchend: Isadora Duncan (1878 – 1927)

Man kann den Augenblick, wo es zum ersten Male möglich wurde, von modernem Tanz oder gar moderner Tanzkunst zu reden, nur bezeichnen, indem man den Namen der Isadora Duncan nennt, mit deren Auftreten jener Augenblick überhaupt erst gegeben ist.

(Hans Brandenburg, Der Moderne Tanz, 1913)

Isadora Duncans tänzerisches und choreografisches Schaffen bezeichnet im Hinblick auf die Entwicklung der Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts eine Art Schnittstelle. Eine Schnittstelle im doppelten Sinne: Nicht nur trug sie maßgeblich dazu bei, dass sich in ihrer Folge neue Körpertechniken und Körperbilder innerhalb der Tanzkunst etablierten und weiterentwickelten, sondern mit ihrem Auftreten begann eine neue Epoche im Tanz. Erstmals waren es vorrangig Frauen, die mittels ihrer innovativen Ideen dem Tanz und seinen Darstellungsformen ein neues Gesicht verliehen. Mit ihren Arbeiten verabschiedete sich Isadora Duncan von der Position der passiv-ausführenden Tänzerin und tanzte beziehungsweise verkörperte jene Frauengestalten, die sie sich selbst auf den Leib schrieb.”

aus: Amelie Soyka (Hg.): Tanzen, tanzen und nichts als tanzen. Aviva Verlag 2017.

Hinterlasse eine Antwort

Rot umrandete Felder sind erforderlich.
E-Mail-Adresse wird nicht angezeigt.

*